Tucholsky als Lyriker und Erzähler

Tucholsky als Lyriker und Erzähler

by Falk Lenke

26 pages· 2005· ISBN 9783638360005

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Einleitung Eigentlich war Tucholsky ein Journalist. Oder? Helga Bemmann sieht das anders, sie schreibt: „Es besteht kein Anlass, ihn zu einem „Dichter“ in Anführungszeichen zu stilisieren, es besteht auch keine Notwendigkeit, den Journalisten geringer zu achten, als wäre es eine Schande für einen Autor im 20. Jahrhundert, wenn er für die Tagespresse schreibt.“1 Und in der Tat kann eine Untersuchung von Kurt Tucholsky als Erzähler und Lyriker nicht stattfinden, ohne ihn auch als Journalisten zu berücksichtigen. Eine werkimmanente Betrachtungsweise bietet sich hier an, da sowohl sein Schreibstil Merkmale journalistischer Arbiet aufweist, als auch seine lyrischen wie prosaischen Texte oftmals einen tages- zumindest aber jahresaktuellen Bezug haben, wie wir unter anderem noch am Beispiel seiner Erzählung Rheinsberg sehen werden. Ziel dieser Arbeit ist es zum einen, die Bedeutungsinhalte aus Tucholskys literarischem und lyrischem Werk herauszuarbeiten. Und zum anderen zu beweisen, dass es vor allem das Element der Sprache und des Sprachspiels ist, mit dem Tucholsky Inhalte vermittelt. Nicht auf die Wortbedeutung kommt es in seinen Erzählungen an, sondern auf die Art und Weise wie Sprache benutzt wird. Dies soll anhand der Erzählungen Rheinsberg und Schloss Gripsholm aufgezeigt werden. Unter Gliederungspunkt II der Arbeit sollen die Parallelen zwischen Tucholskys journalistischer und literarisch-lyrischer Arbeit aufgezeigt werden. Dr Schwerpunkt soll hierbei auf der Motivation Tucholskys liegen, die darin besteht, gesellschaftliche Mißstände aufzudecken und anzuprangern. In den unter Gliederungspunkt III zusammengefassten Teilen soll kurz in die Erzählungen eingeführt werden und, aufbauend auf den vorherigen Teil, der Subtext kurz dargestelt werden. Im nächsten Teil der Arbeit wird dann das sprachliche Element, dessen Verwendung und Funktion herausgearbeitet. Hierbei werden die in den vorangegangenen Teilen der Arbeit dargestellten Verknüpfungen zwischen Literatur und Privatleben Tucholskys von immer größerer Bedeutung. Die private und hintergründige Verwendung von sprachlichen Mitteln, wie zum Beispiel Spitznamen, kann durch eine werkimmanente Betrachtungsweise herausgestellt werden und mit bestimmten Bedeutungsinhalten versehen werden. Die Gliederungpunkte II und III dienen somit eher einer Einstellung der Lesart und gewinnen im weiteren Verlauf an Bedeutung...

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